>>>>>>Archiv / Veranstaltungen 2010 / Mittwoch, 22.09.2010 - Postwachstumsökonomie

Mittwoch, 22.09.2010 - Postwachstumsökonomie


Das Stichwort “nachhaltig” wird inzwischen häufig gebraucht, es ist fast schon inflationiert, entwertet.

Trotzdem zeigt es eigentlich ein Kernthema wirtschaftlichen Handelns auf. Es sind ökologische, ökonomische und soziale Belange in Einklang zu bringen, so wie es die Brundtland-Kommission 1987 formuliert hat. Wie lässt sich dieses Ziel verwirklichen? Brauchen wir – z.B. in Europa – dafür Wachstum der Wirtschaft, also ein stetig größer werdendes Bruttoinlandsprodukt? Oder sind eher gegenteilige Überlegungen notwendig: wie können wir bei Stabilität(!) oder sogar einer quantitativen Reduktion, also dem Schrumpfen des ökonomischen Systems wirtschaften, wie können wir da ein gutes Leben erreichen?

Diese beiden konträren Auffassungen haben sich in der Nachhaltigkeitsdebatte der vergangenen Jahre herausgebildet. Die erstere – der “technische Weg” – sieht in erster Linie in technischer Innovation die Lösung. Hingegen die zweite – eben die “Postwachstumsökonomie” – setzt auf etwas anderes:

Sie thematisiert das “Wieviel” und “Warum” der Bedarfsbefriedigung, nicht nur das “Wie”. Sie beruht auf der Einsicht, dass für eine stetige Expansion der Wertschöpfung die dauerhafte Ressourcenbasis fehlt: Anstelle Peak Oil ist Peak Everything zutreffend. Sie erkennt, dass wirtschaftliches Wachstum ab einem bestimmten, in den nördlichen Industriestaaten längst erreichten Niveau keine weitere Steigerung des individuellen Wohlbefindens bringt. Sie zielt auf ein verändertes Gleichgewicht zwischen konsumtiver Fremdversorgung und re-lokalisierter Selbstversorgung. Sie richtet den Blick nicht auf neue Produktion, sondern auf den Erhalt und die Um- und Aufwertung vorhandener Produktbestände und Infrastrukturen.

Alwine Schreiber-Martens wird zu dem Thema am

Mittwoch, den 22.09.2010, 19:30 Uhr, im Vereinshaus Johannstadt, Dürerstraße 89, Dresden,

referieren und sich in der anschließenden Diskussion den Fragen der Anwesenden stellen.

Der Vortrag orientiert sich an Konzepten, die an der Universität Oldenburg, insbesondere von Niko Paech, dargelegt werden.

Der Film “The Story of Stuff” gibt einen exzellenten Einstieg ins Thema:

Story of Stuff - German from UTOPIA AG on Vimeo.

Der Abend ist für alle Interessierte offen und - wie immer - kostenfrei.

 


 

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf den Vortrag von Prof. Niko Paech am 12.01.2011 zur Wachstumskritik und zu Lösungswegen wie Gesellschaften dem Problem begrenzter Ressourcen begegnen können. 

 

 Update - 16.06.2011

Newsfeeds

Inhalt abgleichen